Der alte Friedhof (Kopřivnice)

Der alte Friedhof

HL. BARTHOLOMÄUS-KIRCHE

Das wertvollste Denkmal von Alt Kopřivnice stellte die dem Hl. Bartholomäus eingeweihte Holzkirche dar. Sie stand früher in der Mitte des alten Friedhofs unweit der Vogtei. Der Legende nach wurde sie vom Herrn von Šostýn (Schauenstein) an der Stelle, an der ihn eine furchtbare Schlange angegriffen hatte und er der Gefahr glücklich entkommen war, erbaut. Die hölzerne Kirche entstammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, was auch mit der Jahreszahl 1567, die auf seiner ältesten Glocke stand, belegt wird. Im Jahre 1871 wurde die Kirche erweitert und diente bis 1894 ihrem Zweck. Zwei Jahre später wurde die abgerissen. Das Holz aus der Kirche wurde als Brennstoff genutzt, die Ausstattung wurde teilweise in die neue Kirche übertragen und der Rest an die Bürgerinnen und Bürger ausverkauft.

 

Die ursprüngliche hölzerne Hl. Bartholomäus-Kirche wurde von einem kleinen Friedhof, auf dem seit Jahrhunderten die Verstorbenen von Kopřivnice bestattet worden sind, umgeben. Man hörte hier mit den Bestattungen im Jahre 1893, als der neue Friedhof in Kopřivnice errichtet wurde, auf. Der alte Friedhof mit einer Reihe von wertvollen Grabsteinen verfiel allmählich, bis er Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts in eine Parkanlage umgestaltet/umgewandelt wurde. Bis zur heutigen Zeit sind hier zwei Grüfte der Fabrikanten von Kopřivnice und eine Einfriedungsmauer mit einem Eingangstor erhalten geblieben. Die weiteren Überreste des Friedhofskreuzes werden im Garten und in einer Dauerausstellung des Fojtství-Museums ausgestellt.

 

RAŠKA-GRUFT

Die neogotische Gruft wurde Ende der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts auf dem alten Friedhof von Kopřivnice für die Familie Raška errichtet. Die Raška-Familie hat in Kopřivnice seit 1812 die Fabrik für Lehmprodukte betrieben. Die Gruft ist in Form von einem Flügel-Altar ausgeführt. Ihr Mittelteil wird in Form von einem Tabernakel mit einem Baldachin, das ursprünglich von einer Statue der Glaubens-Allegorie ergänzt wurde, gestaltet. Auf der Fläche vor der Gruft wurden nachträglich die drei steinernen Grabsteine der Mitglieder der Raška-Familie gelegt, die ursprünglich die nahe gelegenen separaten Gräber bedeckt hatten.

 

ŠUSTALA-GRUFT

Die Familiengruft wurde im Jahr 1891 vom Baumeister Heinrich Czeike von Nový Jičín (Neu Jitschin) auf dem alten Friedhof in Form einer neugotischen Friedhofskapelle für die Fabrikantenfamilie von Šustala erbaut. Das Gebäude ragt durch seine Kombination aus Sichtmauerwerk mit einer großartig gefassten Stirnseite, die mit Pfeilern mit turmförmigen Fialen versehen ist, hervor. In der unterirdischen Grabkammer, die im Jahre 1923 um einen weiteren Raum erweitert wurde, ruhen die sterblichen Überreste von zehn Mitgliedern der Šustala-Familie.

 

IGNAZ RAŠKA - KREUZ

Das Klinker-Grabkreuz des Gründers der Keramikfabrik in Kopřivnice, Ignaz Raška, besteht aus einem herzförmigen Sockel mit einem niedrigen gleicharmigen mit Rosetten geschmückten Kreuz. Die Gedenkanschrift am Sockel erinnert an seine Entstehung im Jahre 1824. Das Grabmal stand ursprünglich auf dem alten Friedhof von Kopřivnice, anschließend war es lange Jahre verschollen. Nach seiner Wiederauffindung wurde es restauriert und befindet sich jetzt in der Ausstellung des Fojtství-Museums.

 

NAPOLEON-KREUZ

Das niedrige gleicharmige Steinkreuz auf einem herzförmigen Sockel, an der Vorderseite mit Rosetten und in der Kreuzung mit einem Relief des brennenden Herzens mit IHS-Monogramm verziert, stand früher zusammen mit einem anderen ähnlichen Kreuz auf dem alten Friedhof von Kopřivnice. Die gewohnte Auslegung besagt, dass es sich um ein Grab von napoleonischen Soldaten, die in der Stadt Kopřivnice beim Heerzug nach Russland gestorben waren, handelt. Am unteren Teil des Grabmals kann man jedoch deutlich den Namen Apolena Sustalowa und die Jahreszahl 1828 lesen. Heute befindet sich dieses Kreuz in der Ausstellung des Fojtství-Museums.

 

Öffnungszeiten:

Frei zugänglich

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