Burg Šostýn (441 m ü. M.) (Kopřivnice)

Ruine der Burg Šostýn

Burg Šostýn (441 m ü. M.) befand sich in Sichtweite der Burg Štramberk (Stramberg), dem nächsten strategischen Punkt in der Kette von Befestigungsanlage von Wachsitzen des Mährischen Tores. Die gotische Burg Šostýn trug ursprünglich den Namen Schornstein (auch Schauenstein). Sie wurde Ende des 13. Jahrhunderts wurde von Graf Heinrich von Hückeswagen erbaut. Eine Fallbrücke und ein schlanker, zylindrischer Turm mit einem Durchmesser von 6,5 m bildeten den Eingangs- und gleichzeitig auch Verteidigungsteil der Burg. Es folgten ein kleiner Hof und eine Wachstube für die Garnison. Am besten erhalten ist der Wohnkern der Burg im südlichen Teil des Hofes. Die innere Burg wurde von einem Graben und einem mächtigen Wall umgeben. Bevor ein Ankömmling bis hierher gelangte, musste er wahrscheinlich noch zwei Festungshügel überwinden.

Über die Geschichte der Burg weiß man nicht viel, aber es ist sicher, dass die Burg im 15. Jahrhundert belagert und erobert wurde. Sie ist ausgebrannt und wurde zerstört verlassen. In der Mitte des 19. Jahrhunderts war die Burg im Besitz der Junkerfamilie Raška. Hinter der Burgmauer wurden ein Landgut und eine Fabrik für Tonware aufgebaut. Im Jahre 1945 ging die Burg in die Hände des Staates über. Heute besteht die Ruine aus zwei Wallringen mit Gräben, den Grundlagen des zylindrischen Turmes, den Überresten des gewaltigen Palastes und seinen teilweise rekonstruierten Kellerräumen. An der höchsten Stelle der Ruine befindet sich die Žižka-Gedenklinde, die im Jahre 1933 von dem Klub Tschechoslowakischer Touristen zur Erinnerung an die letzten Inhaber der Burg, die zum mährischen Hussiten-Adel gehörten, so benannt wurde. Das Alter dieses Baumes wird auf 200-250 Jahre geschätzt und in einer Höhe von 130 cm beträgt der Umfang des Stammes 340 cm.

Venus von Šostýn (Schauenstein)

Für den attraktivsten Fund auf der Burg wird die sog. Venus von Šostýn gehalten. Die Statuette misst 53 mm und ist aus Elfenbein hergestellt. Obwohl ihr geheimnisvolles Gesicht an ägyptische Einflüsse erinnert, ging es wahrscheinlich um ein importiertes Artefakt aus dem 13. Jahrhundert aus dem Rheinland, von woher auch die ersten Ansiedler dieses Gebiets kamen. Wie sie jedoch auf die hiesige Burg geriet, ist bisher nicht bekannt. Man kann viele archäologische Funde aus der Burg und ihrer nahen Umgebung im Museum Fojtství besichtigen.

Öffnungszeiten:

Frei zugänglich

Parken: Parkplatz in der Nähe

Ausflug zur Burgruine (Šostýn) – vom Parkplatz aus folgt man dem gelben touristischen Markierungszeichen bis zum touristischen Scheideweg am Teich unter der Burg Schauenstein und weiter der Abbiegung zur Ruine selbst. Zurück kehrt man auf der selben Route oder vom touristischen Scheideweg folgt man weiter dem gelben Markierungszeichen und an der Tafel des Lachei-Lehrpfades „Scheideweg von Hexen“ biegt man nach rechts auf einen Asphaltweg ab, danach geht man hinunter zum Ausgangspunkt zurück (die Entfernung zwischen dem Parkplatz und der Ruine beträgt ungefähr 550 Meter, die Länge des gesamten Rundgangs beträgt dann etwa 1,4 km).

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